Malaika Mihambo © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Weitsprung

Mihambo gewinnt Bronze im Weitsprung-Krimi

Malaika Mihambo hat 18 Jahre nach Heike Drechsler mit Bronze wieder eine deutsche EM-Medaille im Weitsprung gewonnen. Die 22-Jährige musste bis zum Schluss zittern. Gold ging an Favoritin Ivana Spanovic.

Malaika Mihambo erlebte im zweiten EM-Finale ihrer noch jungen Karriere wie schon 2014 in Zürich ein Wechselbad der Gefühle - in diesem Jahr allerdings mit dem besseren Ende für sich. Vor zwei Jahren hatte sie mit 6,65 m noch der weitengleichen Darja Klischina die Bronzemedaille überlassen müssen, da die Russin den besseren zweiten Versuch verzeichnet hatte. In Amsterdam landete die 22-Jährige mit ihrem weitesten Sprung wieder exakt bei 6,65 m; und wieder war sie damit nicht alleine. Doch weil Mihambo diesmal mit 6,63 m den besseren zweiten Versuch auf ihrem Konto hatte - der von Ksenija Balta aus Estland lag bei 6,61 m -, erhielt sie Bronze.

"Einfach nur glücklich"

Im Anschluss an den Krimi flossen Freudentränen. "Ich bin einfach nur glücklich, dass ich es geschafft habe. Endlich hat es mit einer Medaille geklappt, auch wenn ich nicht wirklich in den Wettkampf reingekommen bin und kämpfen musste", sagte die U23-Europameisterin des Vorjahres. Weitsprung-Gold ging im Olympiastadion an die Favoritin Ivana Spanovic aus Serbien (6,94 m) vor der zweitplatzierten Britin Jazmin Sawyers (6,86 m).

Olympia-Norm in der Qualifikation

Mihambo hatte zudem zuvor in der Qualifikation mit 6,76 m als vierte Deutsche den Olympia-Richtwert (6,70 m) für die Sommerspiele in Rio geknackt und wird als EM-Dritte das Ticket wohl sicher erhalten. "Besser geht's nicht", sagte sie der ARD nach dem Finale und dem größten Erfolg ihrer Karriere: "Ich weiß, was ich springen kann und das will ich in Rio auch zeigen."

Wester verzichtet auf letzten Versuch

Alexandra Wester © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Alexandra Wester wurde Siebte.

Die Norm hat auch Sieben-Meter-Springerin Alexandra Wester bereits in der Tasche. Im EM-Finale kam die Kölnerin mit 6,51 m auf Rang sieben. Auf ihren letzten Versuch im Endkampf verzichtete die 22-Jährige angeschlagen. Nadja Käther vom Hamburger SV wurde mit 6,48 m Neunte, sie verfehlte den Endkampf knapp und die Olympia-Norm deutlich. Europas Beste 2016, Sosthene Moguenara aus Saarbrücken (7,16 m), fehlte bei den Europameisterschaften ebenso verletzungsbedingt wie Melanie Bauschke. Die Berlinerin ist die vierte Deutsche, die die Rio-Norm erfüllt hat.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 09.07.2016, 20.15 Uhr

Stand: 08.07.16 20:54 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge Polen POL 6 5 1
2. Flagge Deutschland GER 5 4 7
3. Flagge Großbritannien GBR 5 3 8
4. Flagge Türkei TUR 4 5 3
5. Flagge Niederlande NED 4 1 2
6. Flagge Spanien ESP 3 4 1
7. Flagge Portugal POR 3 1 2
Stand nach 46 von 46 Entscheidungen.