Mahiedine Mekhissi-Benabbad jubelt © picture-alliance Fotograf: Steffen Schmidt

3.000 m Hindernis

Wer sich zu früh freut, den bestraft die Jury

Für Mahiedine Mekhissi-Benabbad ist das EM-Finale über 3.000 m Hindernis im wahrsten Sinne des Wortes dumm gelaufen: Der Franzose zog vor dem Ziel sein Trikot aus und wurde deswegen später disqualifiziert.

Vor lauter Freude über seinen vermeintlichen EM-Titel riss sich Mekhissi-Benabbad weit vor der Ziellinie das Trikot vom Leib, lief mit dem Hemd zwischen den Zähnen über das letzte Hindernis - und die letzten Meter des Rennens mit nacktem Oberkörper. Nach dem Rennen sah der Franzose dafür nur die Gelbe Karte, also eine Verwarnung. Nach einem Protest des spanischen Verbandes, für den Angel Mullera zunächst auf Rang vier gelaufen war, disqualifizierte das Kampfgericht den Sieger dann doch. Der Einspruch des französischen Verbands gegen diese Entscheidung wurde abgelehnt. Und so musste Mekhissi-Benabbad den Sieg am Ende gezwungenermaßen seinem Landsmann Yann Kowal überlassen.

Uliczka und Grau beobachten Geschehen von hinteren Plätzen

Der zweimalige Olympia-Zweite hatte sich ursprünglich in 8:25,30 Minuten vor Kowal (8:26,66) und dem Polen Krystian Zalewski (8:27,11) durchgesetzt und - so glaubte er und so glaubten auch die Zuschauer im Letzigrund - seinen dritten EM-Titel in Serie geholt. "Als ich mein Trikot ausgezogen habe, war das naürlich vor Freude darüber, dass ich gewonnen habe. Ich war glücklich, meinen Titel verteidigt zu haben", hatte Mekhissi-Benabbad im Anschluss an das Rennen und vor seiner Disqualifikation gesagt. Neuer Dritter wurde Mullera, der den Einspruch der Spanier folgendermaßen begründete: "Ich möchte Gerechtigkeit für sein Verhalten."

Der deutsche Meister Steffen Uliczka (Kronshagen/Kiel) und der DM-Zweite /zuerich2014/sportler/grau206_v-original.jpgMartin Grau (Höchstadt/Aisch) liefen im Finale klar an den Medaillen vorbei. Uliczka kam in 8:32,99 Minuten auf Platz sieben, Grau in 8:44,46 Minuten auf Platz 13.

Stand: 14.08.14 23:34 Uhr