Betty Heidler © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Hammerwerfen

Silberner EM-Abschied von Betty Heidler

Betty Heidler hat ihre Abschiedstournee mit einer Silbermedaille begonnen: Im letzten Hammerwurf-EM-Finale ihrer Karriere musste sich die 32-Jährige am Freitag (08.07.16) nur der überlegenen Polin Anita Wlodarczyk geschlagen geben.

Nach 75,77 m im dritten Versuch reckte Betty Heidler die Arme in die Höhe und winkte ihrer Familie, die auf den Rängen im Amsterdamer Olympiastadion mitfieberte. Die Weite bedeutete Saisonbestleistung - und am Ende Silber hinter der überlegenen Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk, die zum dritten Mal in Folge triumphierte. "Saisonbestleistung war mein Ziel und das habe ich geschafft. Ich bin super happy. Das war ein toller Test für die Olympischen Spiele", sagte Heidler der ARD.

Betty Heidler © imago/Laci Perenyi

2:20 min | 09.07.2016 | Das Erste

Deutsche Werferinnen sind bereit für Rio

Betty Heidler, Julia Fischer und Shanice Craft haben bei der EM in Amsterdam einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Die deutsche Werferinnen sind bereit für Olympia in Rio.

Wlodarczyk steigert sich von Wurf zu Wurf

Die polnische Hammerwerferin Anita Wlodarczyk © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Anita Wlodarczyk verteidigte ihren Titel in Amsterdam souverän.

Gegen Wlodarczyk war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Die Polin begann mit 72,82 m, ließ 75,73 und 77,11 m folgen, bevor sie sich im Endkampf über 77,65 und 78,12 m im letzten Versuch noch auf die endgültige Gold-Weite von 78,14 m steigerte. "Sie wirft sehr stark und konstant. Aber mit ein bisschen mehr Frische kann man sie auch ärgern. Ich hoffe, dass mir das in Rio gelingt", sagte Heidler, die sich in Amsterdam noch "etwas mehr Spritzigkeit" erhofft hatte.

Die weiteren Finalistinnen folgten mit gebührendem Abstand: Hanna Skydan aus Aserbaidschan wurde mit 73,83 m Dritte. Kathrin Klaas aus Frankfurt und die Berlinerin Charlene Woitha waren in der Qualifikation ausgeschieden.

Olympia soll krönender Abschluss werden

Vor zehn Jahren hatte Heidler in Göteborg als 22-Jährige zum ersten Mal an einer EM teilgenommen. Ihre bisher einzige Medaille bei den kontinentalen Wettkämpfen war 2010 in Barcelona aus Gold gewesen. 2007 wurde sie Weltmeisterin, vor vier Jahren bei den Sommerspielen in London sicherte sich die ehemalige Weltrekordlerin Bronze.

Zum Abschluss ihrer Karriere - am Saisonende ist definitiv Schluss - möchte sie nun noch ein letztes Mal aufs Treppchen. "Auch wenn ich bald aufhöre, will ich zeigen, dass ich da bin", sagte Heidler: "Für Rio muss ich mich noch steigern. Doch man hat heute auch gesehen: Wlodarczyk ist nicht unschlagbar."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 09.07.2016, 20.15 Uhr

Stand: 08.07.16 19:13 Uhr