Die deutsche Speerwerferin Linda Stahl © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Speerwerfen

Silber im letzten Versuch - Stahl nervenstark

Das Speerwurf-Finale der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften hatte es am Samstag (09.07.16) in sich: Hinter Überraschungssiegerin Taziana Chaladowitsch aus Weißrussland sicherte sich die Leverkusenerin Linda Stahl im letzten Versuch Silber. Weltmeisterin Katharina Molitor ging beim Kampf um die Medaillen als Vierte ebenso leer aus wie Topfavoritin und Titelverteidigerin Barbora Spotakova aus Tschechien als Fünfte. Während Stahl ihr Rio-Ticket neben Christin Hussong sicher haben dürfte, muss Molitor zittern.

Wie schon in der Qualifikation am Donnerstag (07.07.16) auf dem Museumsplatz in der Amsterdamer Innenstadt machte auch im Finale am Samstag im Olympiastadion der Wind den Speerwerferinnen zu schaffen. Katharina Molitor steigerte zwar ihre Saisonbestleistung auf 63,20 m, kam aber bei Weitem nicht in den Bereich ihrer Bestleistung aus dem Vorjahr (67,69 m) - am Ende gab es "Blech". Ihre Vereinskameradin Linda Stahl, bis dahin nur Fünfte, zog im allerletzten Versuch noch an ihr und der Kroatin Sara Kolak vorbei. "Ich habe mir gedacht: Technik ist was für Anfänger, ich hau mal drauf, alles oder nichts", sagte Stahl im ARD-Interview. Mit Saisonbestleistung von 65,25 m sicherte sich die Olympia-Dritte von London 2012 Silber.

Silber ist für Stahl Gold wert

Die Vize-Europameisterin war im Anschluss völlig euphorisch. "Ich habe schon daran gedacht, dass das der letzte wichtige Versuch meiner Karriere sein könnte. Der Gedanke gefiel mir nicht, und da habe ich einfach draufgehauen", sagte die 30-Jährige, die nach den Olympischen Spielen in Rio ihre erfolgreiche Laufbahn beendet. "Das war meine vierte EM und ich habe immer eine Medaille gewonnen, heute das erste Mal Silber. Das war mehr als Gold wert. Hauptsache, ich fahre nach Rio. Und das werde ich nach dem heutigen Tag tun."

Molitor oder Obergföll - wer fährt nach Rio?

Die deutsche Speerwerferin Katharina Molitor © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Weltmeisterin Katharina Molitor droht das Olympia-Aus.

Die deutsche Meisterin Christin Hussong, die bei der EM überraschend in der Qualifikation gescheitert war, ist bereits für Rio nominiert. Im Rennen um den dritten Platz im deutschen Olympia-Team fällt nun eine Entscheidung zwischen Christina Obergföll, die nicht für die EM nominiert worden war, und Weltmeisterin Molitor. "Der vierte Platz ist natürlich ärgerlich. Die Bedingungen waren nicht einfach, aber nichtsdestotrotz hätte ich weiter werfen müssen", zeigte sich die 32-Jährige selbstkritisch.

Chaladowitsch schockt Spotakova und Co.

Am besten kam mit den Windverhältnissen völlig überraschend Taziana Chaladowitsch zurecht. Die 25-jährige Weißrussin steigerte den Landesrekord auf 66,34 m - und schockte damit die namhafte Konkurrenz. Platz drei ging - ebenfalls mit Landesrekord - an die Kroatin Kolak (63,50 m). So blieb der Titelverteidigerin und Weltjahresbesten Spotakova mit 62,66 m nur Rang fünf.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 09.07.2016, 20.15 Uhr

Stand: 09.07.16 22:47 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge Polen POL 6 5 1
2. Flagge Deutschland GER 5 4 7
3. Flagge Großbritannien GBR 5 3 8
4. Flagge Türkei TUR 4 5 3
5. Flagge Niederlande NED 4 1 2
6. Flagge Spanien ESP 3 4 1
7. Flagge Portugal POR 3 1 2
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