Die deutsche Stabhochspringerin Lisa Ryzih © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Stabhochsprung

Ryzih sichert sich Silber - und beendet Wettkampf

Lisa Ryzih hat sich im Stabhochsprung-Finale der Frauen am Samstagabend (09.07.16) EM-Silber gesichert. Angeschlagen ließ sie mehrere Höhen aus - und beendete den Wettkampf umgehend, als sie die Medaille sicher hatte. Die deutsche Meisterin Martina Strutz und Annika Roloff scheiterten schon früh im Wettkampf.

Lisa Ryzih hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Amsterdamer Olympiastadion erneut richtig gepokert: Die Athletin des ABC Ludwigshafen stieg wie schon in der Qualifikation auch im Finale erst spät ein, ließ eine weitere Höhe aus und sicherte sich mit insgesamt lediglich vier Sprüngen die Silbermedaille. Als mit der Saisonbestleistung von 4,70 m der zweite Platz perfekt war, beendete die angeschlagene 27-Jährige umgehend den Wettkampf. Zu souverän agierte die neue Europameisterin Ekaterini Stefanidi (Griechenland), die zunächst gar nicht glauben konnte, dass ihre letzte Konkurrentin freiwillig ausstieg. "Es musste heute so sein", sagte Ryzih, deren persönliche Bestleistung bei 4,71 liegt, der Sportschau. Schon beim Einspringen habe sie große Probleme mit dem Oberschenkel und danach Angst beim Anlaufen gehabt. "Ich genieße absolut den Moment. Man kann nicht alles in den Schatten stellen, nur weil Olympia ist. Trotzdem wäre alles Weitere fahrlässig gewesen."

Die deutsche Stabhochspringerin Lisa Ryzih © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

2:15 min | 09.07.2016 | Das Erste

Pokerspielerin Ryzih erklärt ihre Wettkampf-Taktik

Nur vier Sprünge absolvierte Lisa Ryzih im Stab-Finale der Frauen - und doch reichte es zu Silber. Im ARD-Interview erklärt sie, warum.

Stefanidi mit Europameisterschaftsrekord

Während Ryzih schon mit der deutschen Fahne in der Kurve feierte, ließ sich die Griechin, die bis dahin ohne Fehlversuch geblieben war, den Europameisterschafts-Rekord auflegen - und sprang die 4,81 m im dritten Versuch. Danach wollte Stefanidi auch noch persönliche Bestleistung. Über die 4,94 m kam die 26-Jährige aber nicht.

Ryzih muss nachlegen

Ryzih war erst bei 4,55 m in den Wettkampf eingestiegen - und nahm die Höhe im zweiten Versuch. Zehn Zentimeter höher trennte sich bereits die Spreu vom Weizen: Sowohl die Schwedin Michaela Meijer als auch die Griechin Nikoleta Kiriakopolou scheiterten. Und Ryzih? Die ließ 4,65 aus - und sprang erst bei 4,70 wieder. Obwohl dann nur noch drei Athletinnen im Wettkampf waren, war Ryzih Vierte. Kiriakopolou hatte die 4,55 m im Ersten gesprungen. Ryzih riss dann auch bei 4,70 einmal, mit dem zweiten Sprung hatte sie allerdings bereits Bronze sicher. Die Schwedin Angelica Bengtsson, die die 4,65 noch im ersten Versuch genommen hatte, scheiterte dreimal an 4,70. Die nächste deutsche Silbermedaille war eingefahren - und Ryzih packte ihre Stäbe zusammen.

Deutsche Meisterin setzt auf Olympia

Die deutsche Stabhochspringerin Martina Strutz © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Martina Strutz scheiterte an 4,55.

Derweil tat sich Martina Strutz von Beginn an schwer. Die deutsche Meisterin aus Schwerin riss schon bei 4,35 m einmal und schaffte 4,45 m erst im dritten Versuch. Bei 4,55 m war dann Schluss für die neue Athleten-Sprecherin des DLV. Die 34-Jährige hatte allerdings schon vor dem Wettkampf erklärt, dass ihre Konzentration und damit auch die Trainingssteuerung den Olympischen Spielen gelte. Annika Roloff gelang ein guter Einstieg in den Wettkampf, die 25-Jährige nahm die Einstiegshöhe 5,35 m im ersten Versuch. Diese Höhe hatte die Athletin des MTV 49 Holzminden auch in der Qualifikation locker genommen - und war so in ihr erstes großes Finale eingezogen. Höher ging es für Roloff in Amsterdam aber nicht, sie belegte am Ende Rang elf hinter Strutz.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 09.07.2016, 20.15 Uhr

Stand: 09.07.16 22:02 Uhr