Max Heß © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Dreisprung

"Goldjunge" Heß macht Dreisprung-Märchen wahr

Für Max Heß ist bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam am Samstag (09.07.16) ein Dreisprung-Märchen wahr geworden: Vier Tage vor seinem 20. Geburtstag sprang der Youngster aus Chemnitz mit vier Zentimetern Vorsprung überraschend zu EM-Gold.

Nachdem Max Heß bereits in der Qualifikation am vergangenen Donnerstag mit 16,93 m am weitesten in der EM-Konkurrenz gesprungen war, wiederholte der 19-Jährige dieses Kunststück im Finale im Olympiastadion: Mit einem Satz auf 17,20 m steigerte er seine persönliche Bestleistung um 14 Zentimeter und gewann überraschend Gold. "Dieses Geburtstagsgeschenk ist nicht zu toppen. Das ist der beste Tag meines Lebens", sagte der "Goldjunge", der seinen Erfolg zunächst kaum realisieren konnte.

Erster deutscher Dreisprung-EM-Triumph seit 45 Jahren

Heß sorgte erstmals nach 45 Jahren wieder für einen deutschen EM-Triumph im Dreisprung: 1971 hatte Jörg Drehmel für die damalige DDR triumphiert. Die bisher letzte deutsche EM-Medaille im Dreisprung hatte 2002 der heutige Bundestrainer Charles Friedek mit Silber in München gewonnen. "Friedek ist ein erfahrener Dreispringer. Ich spreche täglich mit ihm. Auf seine Worte kann man sich verlassen", sagte Heß, der seinen Erfolg auch mit Trainingsfleiß und ständiger Arbeit an seiner Technik begründete.

Max Heß © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

3:12 min | 09.07.2016 | Das Erste

Heß schnappt sich EM-Gold im Dreisprung

Youngster Max Heß verblüfft auch in Amsterdam die europäische Elite und holt sich überraschend Gold im Dreisprung. Hier ist sein Satz zum EM-Titel und seine Erklärung dafür.

Hoffmann mit Bestleistung zu Silber

Auch der Pole Karol Hoffmann sprang im Finale persönliche Bestleistung, für ihn bedeuteten 17,16 m die Silbermedaille, Platz drei ging mit Saisonbestleistung an den Briten Julian Reid (16,76 m). Titelverteidiger Bejamin Campaore aus Frankeich belegte mit indiskutablen 16,12 m den letzten Platz im zwölfköpfigen Finalfeld. Martin Jasper vom VfB Stuttgart war in der Qualifikation ausgeschieden.

Heß reiht einen Erfolg an den anderen

Max Heß © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Jugend forsch: Max Heß springt zur Goldmedaille.

Dass mit Heß in dieser Saison zu rechnen sein würde, hatte er bereits im Winter gezeigt: Bei den Hallen-Weltmeisterschaften sprang er zur Silbermedaille. Im Juni gelang ihm bei den deutschen Meisterschaften in Kassel mit 17,06 m sein erster Sprung über die magische 17-Meter-Marke.

Als nächster Höhepunkt seiner jungen Karriere stehen für den Chemnitzer nun die Olympischen Spiele (5.-21. August) an. Mit seinem EM-Erfolg übernahm er auch die Führung in der europäischen Jahresbestenliste. "Das ist ein enormer Rückenwind für Rio", sagte Heß. In der Weltjahresbestenliste ist er hinter den beiden US-Amerikanern Christian Taylor (17,76 m) und Will Claye (17,56 m) sowie Bin Dong aus China (17,24 m) nun viertbester Springer. In der ewigen deutschen Bestenliste liegt Heß mit der Amsterdam-Siegesweite von 17,20 m auf Rang neun.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 09.07.2016, 20.15 Uhr

Stand: 09.07.16 23:10 Uhr